
Ein Ford
Mensch, waren das Zeiten, als man von Ford noch waschechte Businessklassen kaufen konnten. Okay, damals war das gleiche Segment von Mercedes – die Baureihe W123 – unangefochten an erster Stelle in Sachen Komfort und Prestige.
Aber so ein Granada war (und ist) nicht zu verachten, zumal die Topausführung der 1978 eingeführten zweiten Generation mit 2,8 Litern und sechs Zylindern das Zeug zur Chef-Limo hatte. Damit ist heute längst Schluss, spätestens seit Ford den Scorpio aus dem Programm geworfen hat. Der übriggebliebene Spitzenmondeo überschüttet seine Eigner zwar mit technischen Finessen, bietet fünf Töpfe und gar einen Turbolader – aber es bleibt eine schnöde Mittelklasse, da gibt es nix zu rütteln.
Im tiefen Bayern nah den Alpen fanden wir einen Erstserien-Granni der zweiten Generation als 2,8er Einspritzer. 160 Pferdchen besorgten den Vortrieb; man beachte die Tempusform – dieses Schmuckstück hat sicher schon bessere Tage gesehen, ein wirklich trauriger Anblick. Die schicke Farbe sowie ungewöhnlich komplette Ausstattung machen das 16 Jahre nicht bewegte Vehikel und inzwischen zum Wrack mutierte Gefährt rettenswert. Automatik, elektrische Fensterheber rundherum, Klimaanlage und Schiebedach. Man beachte den unberührten Zustand: Der rechte Außenspiegel wurde nicht nachgerüstet, die Felgen scheinen zu passen und es gibt einen Modellschriftzug – sowas ist inzwischen ganz schön ausgestorben.


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